Ratgeber · Maschinenakte

QR-Maschinenakte: Was hinter den Code an der Maschine gehört

Eine QR-Maschinenakte ist eine Webseite, die zu einer einzelnen Maschine gehört und sich öffnet, sobald jemand den Code an dieser Maschine scannt. Für einen Maschinenbauer ist sie der eine Ort, an dem der Mensch vor der Maschine findet, was für genau diese Seriennummer gilt. Dieser Ratgeber zeigt, was hinter den Code gehört, wie das Schild an die Maschine kommt und was eine Maschinenakte bewusst nicht tun sollte.

Aktualisiert am 20. Oktober 2026

Was eine QR-Maschinenakte ist

Der Code auf dem Schild enthält eine gewöhnliche Webadresse und sonst nichts. Jede Handykamera öffnet sie; der Bediener installiert keine App, legt kein Konto an und braucht keinen VPN-Zugang ins Werk.

Die Adresse gehört zu einer Maschine – zu einer Seriennummer – und nicht zu einer Baureihe oder einem Downloadbereich. Das unterscheidet sie vom QR-Code in einem Prospekt: Wer scannt, muss nie dazusagen, welche Maschine gemeint ist.

Was hinter dem Code liegen sollte

Inhalte einer QR-Maschinenakte und für wen sie gedacht sind
InhaltWas es istWer es braucht
Identität der MaschineHersteller, Maschinentyp, Seriennummer, Standort und LinieAlle: Sie bestätigt, dass es die richtige Akte ist
Freigegebene AnleitungenFehlerhilfen, die der Hersteller freigegeben hat, je Stufe: für Bediener oder nur für ausgebildete TechnikerDer Bediener an der stehenden Maschine
DokumenteBetriebsanleitung, Ersatzteillisten und Zeichnungen zum Maschinentyp und zu dieser einzelnen MaschineBediener und Instandhaltung
Ersatzteil-LinksTeilenummern und Bestelllinks, die der Hersteller freigegeben hatWer das Teil bestellt
HistorieWartungsstand und dokumentierte Serviceeinträge, soweit der Hersteller sie zeigen möchteInstandhaltung und Serviceteam
StörungsmeldungEine strukturierte Meldung an den Hersteller, bei der die Maschine bereits feststehtDer Bediener, wenn sich die Störung an der Maschine nicht beheben lässt

Dieser Ratgeber beschreibt den Aufbau der Akte. Wie ihre Historie über das Maschinenleben wächst (Serviceeinsätze, Teile, Störungsmeldungen, ein Beispiel an einem Hydraulikaggregat), zeigt die digitale Maschinenakte mit Wartungshistorie.

Zwei Regeln halten eine solche Akte brauchbar. Freigegeben heißt: Der Hersteller hat entschieden, was gezeigt wird; ein Entwurf oder ein interner Vermerk erscheint an der Maschine nicht. Und Inhalte haben eine Sprache: Die Seite zeigt, was es in der Sprache des Handys gibt, und greift sonst auf das Vorhandene zurück, statt zwei Sprachen in einer Liste zu mischen.

So kommt das Schild an die Maschine

  • In der Endmontage, neben dem Typenschild. Das Schild verlässt das Werk zusammen mit der Maschine.
  • Für Maschinen, die bereits im Feld stehen, werden die Schilder nachträglich gedruckt und vor Ort angebracht.
  • Das Material zählt. Papier eignet sich nur für trockene Innenräume; eine Produktionsumgebung verlangt wetterfeste Folienetiketten oder ein Schild vom Schilderhersteller.
  • In Originalgröße drucken und eine Seite auf Normalpapier testen, bevor der Etikettenbogen eingelegt wird.
  • Ein gedruckter Code lässt sich nicht ändern. Wird ein Code ersetzt, funktioniert das alte Schild nicht mehr, und ein neues muss angebracht werden.

Was bewusst nicht dazugehört

  • Kein Zugriff auf die Maschinensteuerung. Eine Maschinenakte beschreibt die Maschine; sie liest keine SPS, schreibt keinen Sollwert und öffnet keinen Weg ins Produktionsnetz.
  • Keine Live-Daten. Keine Sensorwerte, keine Maschinenzustände und keine Alarme aus der Steuerung. Was die Akte zeigt, haben Menschen eingetragen oder freigegeben.
  • Kein Ablauf über seine Freigabestufe hinaus. Ein reiner Technikerablauf ist mit seinem Titel aufgeführt, seine Schritte bleiben für Bediener gesperrt.
  • Kein Konto für den Bediener. Ein Scan, der eine Anmeldung verlangt, verfehlt seinen Zweck.

So setzt Servotag Pro das um

  • Ein Code je Maschine. Der QR-Code entsteht beim Speichern der Maschine und enthält eine Webadresse und sonst nichts.
  • Inhalte je Maschinentyp. Dokumente, Fehlerhilfen, Ersatzteil-Links und Wartungspläne werden einmal je Maschinentyp gepflegt, und jede Maschine dieses Typs erbt sie. Dokumente können auch zu einer einzelnen Maschine gehören.
  • Freigabestufen. Bedienerhilfen stehen allen offen, die scannen; Technikerabläufe öffnen sich mit einem widerrufbaren Servicecode.
  • Sichtbarkeit je Eintrag. Am QR-Code erscheinen nur Inhalte, die auf öffentlich gestellt sind, und jeder Serviceeintrag der Historie ist entweder öffentlich oder intern.
  • Schilder aus dem Arbeitsbereich. Drei Schildgrößen für gängige Etikettenbögen, gedruckt aus dem Browser, dazu eine Liste für den Schilderhersteller mit dem Link, den jeder Code enthalten muss. Die Codes haben eine hohe Fehlerkorrektur, damit auch ein verschmutztes Schild noch lesbar bleibt.
  • Störungsmeldung. Die ruhige zweite Möglichkeit auf jeder Seite; sie erreicht das Service-Postfach per E-Mail oder signiertem Webhook, mit der Identität der Maschine.
  • Nur aktive Maschinen sind erreichbar. Das Schild einer inaktiven Maschine zeigt den Hinweis, dass der Code nicht aktiv ist.
  • Niemals Maschinensteuerung. Servotag Pro liest keine SPS, schreibt keinen Sollwert und öffnet keinen Weg ins Produktionsnetz.

Erfundenes Beispiel aus dem Vorführbereich: Packline Systems ist ein erfundener Maschinenbauer, Nordfeld Foods ein erfundener Kunde.

Bei Nordfeld Foods in Bremen öffnet das Schild an einer PackPro FX400 von Packline Systems die Akte der Seriennummer FX400-02841: zuerst die Fehlerhilfe, daneben Dokumentation, Ersatzteile und die Störungsmeldung.

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QR-Maschinenakte für Industriemaschinen · Servotag Pro